Therapiezentrum Tuzla

Noch während des Krieges, 1994, eröffnete Vive Žene Dortmund, in  Kooperation mit der bosnischen Frauenorganisation Vive Žene Tuzla, ein stationäres Therapiezentrum für traumatisierte Frauen und Kinder in Tuzla, Bosnien & Herzegowina. Das Fachteam war multidisziplinär zusammen gesetzt: Psychologinnen, Ärztinnen, Kindergärtnerinnen, Lehrerinnen, Logopädinnen, Ergotherapeutinnen.

Das Projekt war in den Jahren 1994 und 1995 auf Krisenintervention ausgerichtet. Die betreuten Frauen und Kinder waren in Konzentrationslagern interniert, sind gefoltert und vergewaltigt worden, haben Folterung und Tötung von Familienangehörigen mit angesehen und waren zum Teil Jahre auf der Flucht.

Ab 1995 entstanden Außenwohngruppen für die Frauen und Kinder, die das Therapiezentrum verlassen konnten. Sie wurden weiterhin ambulant betreut und unterstützt. In das stationäre Therapiezentrum zogen neue Frauen und Kinder ein.

1995 flüchteten nach den Massakern von Srebrenica Tausende Menschen, vor allem Frauen und Kinder, in die Region Tuzla. Die Angebote wurden um ambulante psychologische und soziale Beratung, sowie medizinische Betreuung  in den Flüchtlingslagern erweitert.

Nach Ende des Krieges, ab 1996, konnten Therapien im eigentlichen Sinne angeboten werden: Aufarbeitung des Erlebten, Integration in die Persönlichkeit, Rehabilitation. Den Kindern wurde die Reintegration in eine Schule ermöglicht, den Müttern die Teilnahme an Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten, um ihnen ein finanziell unabhängiges Leben zu ermöglichen.

Ab dieser Zeit wurden die Frauen entweder beim Bau eigener Häuser in der Region Tuzla oder der Renovierung bzw. dem Wiederaufbau ihrer Häuser in ihren Heimatdörfern unterstützt.

1998 erfolgte die Trennung von Vive Žene Tuzla. Vive Žene Tuzla wurde unabhängig. Die Organisation und die Einrichtung bestehen bis heute.

Snaga Žene e.V. („Starke Frauen“)

Seit 1999 kooperiert Vive Žene Dortmund mit der unabhängigen bosnischen Frauenorganisation Snaga Žene. Seitdem werden ambulante medizinische, psychologische, soziale und pädagogische Projekte für Mädchen und Frauen mit multiplen Traumata in Bosnien, der Herzegowina-Föderation und der Republika Srpska durchgeführt.

Neben der fachlichen (psychologischen, medizinischen, sozialen, pädagogischen) Arbeit mit Opfern von Menschenrechtsverletzungen engagiert sich Snaga Žene auch auf politischer Ebene im Bereich International Justice, gegen Menschenrechtsverletzungen, für Recht und Gerechtigkeit.

Seit 2011 liegt der Fokus auf der Unterstützung von Frauen in Opfer- und Kriegsopferverbänden. Dazu zählen u.a. Versöhnungsprojekte sowie Einkommen schaffende Maßnahmen.

Eine Übersicht der vielen erfolgreich durchgeführten Projekte finden Sie auf der website von Snaga Žene.   [Link auf www.snagazene.org]