Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Bereits seit 1981 setzen Menschen weltweit alljährlich am 25. November deutliche Zeichen gegen Gewalt an Frauen. 1999 verabschiedete die UN-Generalversammlung schließlich eine Resolution, die den 25. November zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen machte.
Damit erkannten die Vereinten Nationen an, „dass die Menschenrechte von Frauen und Mädchen ein unveräußerlicher, fester und unteilbarer Bestandteil der allgemeinen Menschenrechte sind, und (…) dass alle Menschenrechte von Frauen und Mädchen gefördert und geschützt werden müssen.1

Trotzdem ist Gewalt an Frauen und Mädchen immer noch bitterer Alltag. Laut einer Studie ist in der Europäischen Union jede dritte Frau über 15 Jahre von körperlicher oder sexueller Gewalt betroffen. Die Gewalt beginnt jedoch noch früher: 12% der Mädchen unter 15 Jahren hat sexuelle Gewalt erlebt, körperliche Gewalt erlebten sogar 27% der Mädchen unter 15 Jahren.2

Im Kampf gegen die Gewalt an Frauen und Mädchen ist es wichtig, die Problemlagen zu identifizieren und zu thematisieren. Immer noch nehmen betroffene Frauen und Mädchen zu selten Hilfe in Anspruch. Eine weit verbreitete negative Kultur, dem Opfer die Schuld zu geben, befördert die Scham, das Erlebte sichtbar zu machen.2 Wir unterstützen mit Vive Žene e.V. daher ausdrücklich die Aktion „Wir brechen das Schweigen“ des bundesweiten Hilfetelefons Gewalt an Frauen. Das Hilfetelefon ist rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr kostenlos erreichbar. Unter 08000 116 016 haben Betroffene die Möglichkeit, sich anonym, sicher und kompetent beraten zu lassen. Das macht Mut und gibt Kraft, den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen und Auswege aus einer scheinbar ausweglosen Situation zu finden.

 

1. UN Resolution 54/134

2. FRA: Gewalt gegen Frauen. Eine EU-weite Erhebung.