Soroptimistinnen spenden 1600 Euro für Mäggie

Wir freuen uns besonders über die großzügige Unterstützung des Sorptimisten Clubs Dortmund Ruhrregion. Im Dezember besuchten Vertreterinnen des Clubs das Mädchenhaus Mäggie und überreichten bei dieser Gelegenheit einen eindrucksvollen Scheck in Höhe von 1600 Euro. Diese Spende wurde unter anderem durch einen von den Soroptimistinnen organisierten Kinoabend in Dortmund möglich, dessen Erlöse nun Mäggie zugutekommen. 

Soroptimist International ist eine Organisation von Frauen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, die Position der Frau in Bezug auf ihre rechtliche, soziale und berufliche Stellung in der öffentlichen Diskussion zu vertreten. Ihr Ziel ist dabei stets die Verbesserung der Lebensbedingungen für Frauen und Mädchen. Sie sind mit rund 80.000 Mitgliedern in über 3.000 Clubs weltweit die größte Organisation dieser Art.

Das Mädchenhaus Mäggie ist auch mit Unterstützung und durch den Einsatz Vieler möglich geworden. Wir freuen uns ganz besonders, nun die Soroptimistinnen zu unseren Unterstützerinnen zählen zu dürfen. Ohne Einsätze wie diesen wäre unser Projekt nicht langfristig realisierbar. Darum auch an dieser Stelle noch einmal: Vielen Dank!

www.soroptimist.de

Fotoprojekt “ Vom Dunkel ins Licht“

Ab Dezember nehmen die Mädchen von „Mäggie“ und andere geflohene Mädchen an dem Fotoprojekt “ Vom Dunkel ins Licht“ teil. Initiiert wurde das Projekt von der Vive Žene Vereinsvorsitzenden Cornelia Suhan. Cornelia nutzt hierfür ihre Fachkenntnisse und Erfahrung als freie Fotodesignerin, und stärkt mittels Fotografie die Identität und Selbstwahrnehmung der Mädchen. Zugleich wird ein gestärktes Rollenverständnis als Mädchen in der neuen Umwelt gefördert. Auf spielerische Art können sich die Mädchen mit der Kamera inszenieren und erfahren so neue Wege, sich einzubringen, sich auszudrücken, sich zu spüren.

Bei mehreren Workshop-Terminen werden unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt. Mit fotografischen Spaziergängen in der Stadt etwa werden den Beobachtungen und Gefühlen der Mädchen Raum gegeben. Mit Hilfe der Kamera können sie erfassen, wie vielfältig geschlechtsspezifische Rollen in der Gesellschaft der neuen Heimat gelebt werden. Hier wird bewusst mit Rollenwechseln gearbeitet, die Mädchen werden mit Hilfe der Kamera von den Beobachteten zu Akteurinnen. Tradierte geschlechtsspezifische Rollen können so aufgebrochen werden.

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Beim Fotografieren gibt es den besonderen Moment zwischen Fotografin und Akteurin vor der Kamera, für kurze Augenblicke entstehen Momente einer Beziehung, entstehen Vertrauen oder Misstrauen, es entsteht eine Bindung, die durch den Abstand nicht bedrohlich ist. Hiermit wird gearbeitet, denn traumatisierten Menschen fällt es oft schwer, Bindungen einzugehen und zu vertiefen.  

Alle Ergebnisse, die in den Fotoworkshops erarbeitet werden, werden anschließend ausgedruckt und die Arbeiten in einer gemeinsamen Runde besprochen. Alle Workshops werden professionell durch Erzieherinnen oder Sozialarbeiterinnen begleitet.

Gefördert wird das Projekt durch das Ministerium für Familien, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW (MFKJKS) im Rahmen des Projektschwerpunkts „Prävention sexualisierter Gewalt für junge Flüchtlinge und/oder Wertevermittlung“.

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Gesetzesreform schränkt Hilfe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ein

Seit kurzem liegt der erste UNICEF-Bericht zu Flucht und Migration von Kindern vor. Unter dem Titel „Entwurzelt“ wird das Ausmaß der unsicheren Situation von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren deutlich, sie müssen besonders häufig vor Krieg und anderen gefährlichen Situationen fliehen. Denn während die unter 18-jährigen nur rund ein Drittel der Weltbevölkerung stellen, sind etwa die Hälfte der Flüchtlinge minderjährig. Diese Kinder und Jugendlichen sind auf der Flucht vielen Gefahren und ausbeuterischen Schlepperbanden ausgesetzt, diejenigen, die ohne ihre Eltern fliehen müssen, leiden zudem massiv unter dem Verlust ihrer Familie. Diese Faktoren führen häufig zu schweren Traumatisierungen der Geflüchteten.

Brigitte ist 14 Jahre alt und sie ist Vollwaise. Sie ist Leiterin der Lagerpflege im Flüchtlingslager Mugunga II. Sie ist Schülerin im Zenrum von Paif Sarepta in Mugunga, wo sie lesen und schreiben lernt.Sie ist schlecht ernährt und braucht eine holistische Unterstützung.

Der besonders schwierigen Situation von geflüchteten Kindern und Jugendlichen trägt der Bericht mit abschließenden Forderungen an die Regierungen Rechnung. So wird etwa gefordert, allen geflüchteten und migrierten Kindern Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung sowie psychosozialer Betreuung zu gewähren. Diese Betreuung ist gerade für die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge sehr wichtig, um traumatische Erlebnisse verarbeiten zu können.

Dem entgegen steht eine im BMFSFJ geplante Reform des Kinder- und Jugendhilferechts (SGB VIII). Laut internen Arbeitsentwürfen ist eine neue Hilfeform mit „ausgesprochen niedriger“ Betreuungsintensität für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge geplant. Die gerade bei dieser Gruppe von Kindern und Jugendlichen ausgesprochen hohen Hilfebedarfe werden so ausgeblendet. Die Begründung dafür ist zynisch: In einem internen Papier der Länder heißt es, die geflüchteten Jugendlichen seien bereits „sehr selbstständig“ – sodass eine „geringere Betreuungsintensität“ ausreiche.1

Wir erleben in unserer täglichen Arbeit, wie wichtig eine individuelle Betreuung für diese Kinder und Jugendlichen ist. Nur so können sie Erlebtes verarbeiten und befähigt werden, eine eigene positive Zukunftsperspektive zu entwickeln, um ihr Leben selbstbewusst und unabhängig gestalten zu können. Daher unterstützen wir ausdrücklich die Petition „KEINE EINSCHRÄNKUNG DER JUGENDHILFE – ZUKUNFTSPERSPEKTIVEN FÜR GEFLÜCHTETE JUGENDLICHE!“ von Jugendliche ohne Grenzen und dem Bundesfachverband umF e.V. Unterstützen auch Sie diese Forderung und unterzeichnen Sie hier!

 

1. http://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/minderjaehrige-fluechtlinge-116.html

Weiterführende Links:
UNICEF-Bericht „Entwurzelt“
Themenseite des Bundesfachverbands umF e.V. zur Gesetzesreform
Beitrag des ARD-Magazins Monitor zum Thema