#NiUnaMenos - Solidarität mit der argentischen Bewegung gegen Gewalt gegen Frauen. Foto: Alex Giegold

Vive Zene auf der 18. WAVE-Konferenz in Berlin

Women Against Violence Europe – In diesem Europaweiten Netzwerk kämpfen 100 Organisationen und Einzelpersonen aus 46 Ländern für die Beendigung der Gewalt gegen Mädchen, Frauen und deren Kindern. Bereits zum 18. Mal fand in diesem Jahr die WAVE-Konferenz statt, unter dem Motto „Step Up! Europe – Unite to end violence against women and their children“ kamen 400 Expert*innen aus 52 Ländern zusammen, um zu diskutieren, sich zu vernetzen und gemeinsam Wege gegen die Gewalt zu finden.

Michael Müller, Oberbürgermeister Berlins, stellte dem WAVE-Netzwerk dafür am ersten Tag sein Rotes Rathaus für Vorträge zur Verfügung. Der zweite Tag stand dann ganz im Zeichen des Austauschs. In insgesamt 33 Workshops diskutierten wir zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten. Die aktuelle Rechtslage war dabei genauso Thema, wie die Situation von geflüchteten Frauen und Mädchen, die Schwierigkeiten der Erfassung von Gewalt und intersektionelle Diskriminierung von Frauen und Mädchen. Darüber hinaus wurde selbstverständlich auch die Istanbul-Konvention thematisiert und, nach der Ratifikation, die Instrumente zur Überprüfung ihrer Umsetzung.

Die Rechte der Frauen stärken, Gewalt gegen Frauen und Mädchen beenden und die Gleichberechtigung und -Behandlung auf allen Ebenen umzusetzen, das ist auch eine politische Aufgabe. Darum haben wir uns sehr gefreut, dass WAVE neben Elke Ferner, Staatssekretärin im Ministerium für Kinder, Jugend und Familie und Ulrike Lunacek, Europaabgeordnete und Vizepräsidentin des europäischen Parlaments auch Dubravka Šimonović, UN Sonderberichterstatterin zu Gewalt gegen Frauen für die Konferenz gewinnen konnte.

In Deutschland gilt seit der aktuellen Reform des Sexualstrafrechts endlich auch juristisch der Grundsatz „Nein heißt Nein“, wir stehen trotzdem noch vor großen Herausforderungen. Denn egal wo: Frauenrechte sind Menschenrechte – und müssen umgesetzt werden.

Zur Pressemitteilung der WAVE-Konferenz

 

#Niunamenos: Ni una menos ist eine in Argentinien entstandene Bewegung gegen Gewalt gegen Frauen. In Lateinamerika endet diese Gewalt oft mit dem Tod der Frauen. Im Juni 2015 protestierten 300.000 Menschen in Buenos Aires gegen die fehlende Umsetzung der Gesetze zum Schutz der Frauen.  Am 20. Oktober 2016, dem ersten Tag der WAVE-Konferenz gingen erneut tausende Menschen in Lateinamerika auf die Straße. Anlass war die brutale Vergewaltigung, Folterung und Ermordung der 16jährigen Lucía Pérez in Argentinien. Die Konferenzteilnehmer*innen ließen sich spontan mit dem Hashtag #Niunamenos ablichten, um ihre Solidarität mit der argentinischen Bewegung zum Ausdruck zu bringen.